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Sollten wir unser Einfamilienhaus besser mit einer Wasserenthärtungsanlage entkalken? Diese Frage stellen wir uns regelmäßig – vor allem nach jedem mühsamen Versuch die Wasserarmaturen vom Kalk zu befreien. Wir haben uns einmal genauer mit dem Thema beschäftigt und uns vor allem zu den Vor- und Nachteilen sowie den Kosten schlau gemacht.

Hartes Wasser als Ursache für Verkalkung

Die zunächst zu klärende Frage ist: Brauche ich eine Wasserenthärtungsanlage? Beim Kalkgehalt im Wasser spricht man von der „Härte“ des Wassers. Je kalkhaltiger das Wasser, desto härter ist es. Ursache hierfür sind die im Wasser gelösten Mineralien Calcium und Magnesium. Die Wasserhärte ist von Region zu Region unterschiedlich und hängt von der Zusammensetzung des Bodens ab, aus welchem das Trinkwasser gewonnen wird. Ob man nun hartes, weiches oder mittleres Wasser hat, kann man beim örtlichen Wasserversorger erfragen oder auch online ermitteln.

Wasserprobe analysieren lassen

Wasserprobe entnehmen

Möchte man genaueres über sein Wasser wissen, so kann mein eine Wasseranalyse erstellen lassen. Wir hatten das nach unserem Einzug ins Haus einmal gemacht und bei InLabo für rund 70 Euro unser Wasser analysieren lassen. Dazu wird einem ein Set zugesandt, mit welchem man die Wasserprobe entnimmt und einsendet. Man erhält dann einen digitalen Prüfbericht. Dieser schlüsselt die Konzentration an verschiedenen Mineralien auf mit den entsprechenden WHO-Grenzwerten und den Grenzwerten für Säuglingsnahrung. In unserem Fall fanden wir für Calcium z.B. die Angabe 113 mg/l (umgerechnet sind as 2,8 mmol/l) wovon sich hartes Wasser ableiten lässt.

Folgen von harten bzw. kalkhaltigen Wasser

Verkalkter Wasserhahn

Zu hartes Wasser führt zur Verkalkung. Altbekannt sind die Verkalkungen von Wasserhähnen, Oberflächen und Armaturen in Bad und Küche. Aber auch Geräte wie Heizungsanlagen, Waschmaschinen und Wasserkocher verschleißen durch das kalkhaltige Wasser. Hier sind die Folge meist teure Wartungen, Neuanschaffungen sowie der regelmäßige Einsatz von Entkalkungsmitteln und anderen Chemikalien. Aber auch die Effizienz der Geräte verschlechtert sich durch die Verkalkung und somit erhöhen sich Energiekosten.
Oft wird das Trinkwasser aus der Leitung auch direkt zum trinken genutzt. Hier spielt die Härte des Wassers für den Geschmack eine Rolle. Oft hört man, das weicheres Wasser besser oder natürlicher schmeckt.

Beim Duschen hat die Härte des Wassers nur minimale Folgen. So kann es sein, dass bei hartem Wasser die Haut rauer und die Haare spröder sind, als bei weichen Wasser.
Aus gesundheitlichen Gründen ist es nicht erforderlich sein Trinkwasser zu filtern. Den größten Vorteil erzielt man beim Schutz der Geräte und Vermeidung von kalkbedingter Verschmutzung sowie dem Verschleiß.

Vorteile einer Enthärtungsanlage

Entscheidet man sich für die Installation einer Entkalkungsanlage, ergeben sich durch das weichere Wasser eine Reihe an Vorteilen:

  • saubere Armaturen und Oberflächen
  • längere Haltbarkeit von Geräten (Waschmaschine, Wasserkocher, Kaffeemaschine)
  • effizientere Heizungsanlage, dadurch niedrigere Energiekosten und Wartungskosten
  • weniger Verbrauch von Reinigungsmitteln und Entkalkern
  • längere Haltbarkeit von Textilien und Handtüchern, sowie weichere Wäsche

Anschaffungskosten und Installation

Den Vorteilen gegenüber stehen der Preis der Anschaffung und der Aufwand der Installation bzw. Montage. Auch der Platz muss gegeben sein, vor allem bei einer zentral installieren Enthärtungsanlage die meist im Hausanschlussraum direkt an die Trinkwasser-Hauptleitung installiert wird.

Kosten einer Enthärtungsanlage

Verkalkung von Geräten

Die Anschaffung einer solchen Anlage ist natürlich kostspielig. Es gibt preiswertere und teurere Modelle, aber auch Wasserentkalkungsanlagen für Mehrfamilienhäuser. Hinzu kommen jährliche Kosten für das Regeneriersalz. Dieses wird benötigt um die Funktion des Ionenaustauschers (und genau das ist ein Wasserenthärter) zu gewährleisten. So ein Salz wird auch bei Geschirrspülmaschinen verwendet. Es werden ca. 4-5 Säcke Salz im Jahr benötigt mit Kosten von insgesamt rund 50 Euro.

Für eine jährliche Wartung müssen nochmals 100 – 150 Euro eingeplant werden, zusätzlich zu den Anschaffungskosten.

Passend dazu unser Artikel: Fixkosten für Hausbesitzer - Womit muss man rechne

Unser Fazit

Wir haben uns bisher noch keine Entkalkungsanlage angeschafft. Aber vieles spricht dafür, da wir auch in einer Gegend mit hartem Trinkwasser wohnen. Unsere Armaturen und Wasserhähne müssen wir regelmäßig mit speziellen Entkalkern reinigen. Auch trinken wir sehr viel Trinkwasser, welches ebenfalls ein guter Grund für die Anschaffung ist. Die Kosten der Anschaffung sind uns im Moment noch zu hoch, denn es stehen andere Investitionen an. Aber mittelfristig werden wir uns mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Anlage installieren.

2 Kommentare

  1. Was man immer so über das Thema gehört hat, scheint sich zu bestätigen. Auch wir werden noch in diesem Jahr so eine Anlage installieren. Danke für die interessanten Infos!

  2. Auch ich habe mich vor dem Kauf eingehend mit dem Thema beschäftigt und mich im Internet und bei entsprechenden Fachleuten schlau gemacht.
    Grundsätzlich kann ich dem Ganzen nur zustimmen.
    Allerdings ist der angegebene Anschaffungspreis aus meiner Sicht zu niedrig angesetzt.
    Sicherlich gibt es einige Anbieter in dem Preisbereich. Dabei handelt es sich dann aber eher um Anlagen mit niedriger Qualität und entsprechend kurzer Lebensdauer.
    Ein befreundeter Installateur hat mich zusätzlich darauf hingewiesen, dass man bei den Anlagen darauf achten sollte, dass die Anlagen über Zertifikate verfügen sollten, die die hygienische Unbedenklichkeit der Analgen nachweisen.
    Dies ist laut meiner Recherche bei den Anlagen für 1000 € nicht der Fall.

    Letztendlich muss aber jeder für sich selbst und anhand seines Geldbeutels entscheiden, ob er sich ein Gerät kauft, was lange hält und unbedenklich ist oder nicht.
    Eins haben alle Geräte gemeinsam, sie liefern weiches Wasser.

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